US-Soldaten werden mit „eigenen“ Waffen getötet

Es ist paradox: Die USA liefern Waffen an Saudi-Arabien, das Terror-Gruppen unterstützt, die damit US-Soldaten in Syrien, Afghanistan oder im Irak töten.

 

Das US-Außenministerium hat gestern die Lieferung von 153 Panzer, Granatwerfer, gepanzerte Fahrzeuge und 419 Maschinengewehre im Wert von rund einer Milliarde Euro an Saudi-Arabien gebilligt.

Die andere Seite der Medaille

Offizielle Begründung der für Rüstungsexporte zuständigen US-Behörde DSCA: Die Saudis seien ein strategischer Partner der USA, der entscheidend zur „politischen Stabilität“ in der Golf-Region beitrage.
Die andere Seite: Zu dieser „politischen Stabilität“ gehört anscheinend auch der unsinnige saudische Krieg gegen den Jemen, dem bisher über 3000 Menschen, darunter mehr als 900 Kinder zum Opfer gefallen sind. Die Saudis gehen dabei rücksichtlos vor und sind nur eigenen Interessen verpflichtet.

Riad und der Terror

Offiziell: Saudi-Arabien unterstützt die USA und den Westen im Kampf gegen den „Terror“.
Die andere Seite: Saudi-Arabien wird seit Jahren beschuldigt, den Wahhabismus (eine Ausrichtung des sunnitischen Islams) zu exportieren.

Fakt ist: Der Wahhabismus ist in Saudi-Arabien Staatsreligion.
Doch Riad wird auch vorgeworfen, dschihadistische Gruppen zu finanzieren, deren Ziel nicht der Sturz des Assad-Regimes, sondern der Aufbau eines „Kalifats“ unter Herrschaft der Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) sei. Und das, obwohl die Saudis „offiziell“ gegen den IS kämpfen.
Paradox: So liefern die USA Waffen an ein Land, das Terrorgruppen unterstützt, die auch US-Soldaten töten.
Aber auch Terroranschläge in Europa sollen von Saudi-Arabien aus finanziert und geplant worden sein.

Riad und der IS

Die Lage ist kompliziert, denn Teile der konservativen Sunniten fühlen sich dem IS durchaus verbunden. Im schiitischen Assad hingegen sehen sie einen ideologischen Feind. In Saudi-Arabien gibt es zahlreiche religiöse Stiftungen, die auch den IS finanzieren. Eine vollständige Kontrolle gibt es nicht, denn außer Kapazitäten fehlt es in Teilen auch am politischen Willen.
Und das kommt nicht von ungefähr: Die Familie Al-Saud, die seit Jahrhunderten die Geschicke des Königreichs lenkt, ist von den konservativen Wahhabiten abhängig. Sie verleihen ihr die ideologische Legitimität für ihre Herrschaft und die heißt: Die Legitimation des Herrschers ist nur dann gegeben, wenn er dem Willen Gottes entspricht. Und wer den Willen Gottes bestimmt ist klar: Wahhabitische Religionsgelehrte.
So ist für das Könighaus der Terror zwar eine Gefahr, muss sich aber mit den wahhabitischen Gelehrten arrangieren und auf deren – teils – radikale Weltanschauungen Rücksicht nehmen.
Das bedeutet: Terroranschläge, die von Saudi-Arabien aus gesteuert werden, wird es weiterhin geben. Und auch US-Soldaten, die mit eigenen Waffen getötet werden.

 

 

 

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Quellen:

http://www.webcitation.org/6gR6hDtUo?url=https://www.unicef.de/blob/108844/14aefaa92c3dd8f3514db08650f507a0/yemen-children-on-the-brink-2016-pdf-data.pdf

http://www.webcitation.org/6fnSSozbK?url=http://reliefweb.int/report/yemen/press-briefing-note-yemen-and-honduras-enar
http://www.webcitation.org/6hCqseMoj?url=http://reliefweb.int/report/yemen/yemen-humanitarian-snapshot-12-april-2016-enar
http://www.todesstrafe.de/todesstrafenatlas_Saudi%20Arabien.html
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_78652076/usa-liefern-saudi-arabien-waffen-und-panzer-im-wert-von-einer-milliarde.html
http://www.dw.com/de/saudi-arabiens-zwiesp%C3%A4ltiges-verh%C3%A4ltnis-zum-terror/a-19456775

Foto: Pixabay.com

 

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