Politisch korrekter Gauck schockt Missbrauchsopfer

Bundespräsident Joachim Gauck, von Kritikern auch der „Betroffenheitspräsident“ genannt, lässt noramlerweise keine Gelegenheit aus, um sich für Deutschland zu schämen. Doch jetzt hat selbst er ehemalige Missbrauchsopfer geschockt. Auf einem Empfang der deutschen Botschaft in Chile war ein verurteilter Kinderschänder anwesend, der sogar eingeladen wurde!

Sexuell missbraucht, körperlich gezüchtigt und mit Elektroschocks gefoltert

Hintergrund: Die berüchtigte „Colonia Dignidad“ (1991 in „Villa Baviera“ umbenannt) wurde von dem Deutschen Paul Schäfer als ein befestigtes Lager mit sektenähnlichen Strukturen gegründet. Sie lag 350 Kilometer von der Hauptstadt Santiago de Chile entfernt. Es wurden medizinische Versuche an Häftlingen durchgeführt. Kinder und Jugendliche wurden in der Gemeinschaft sexuell missbraucht, körperlich gezüchtigt und mit Elektroschocks und Psychopharmaka gequält. Während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet (1973-1990) wurde die hermetisch abgeriegelte Kolonie ein Folterzentrum der chilenischen Geheimpolizei. Viele der Opfer der Pinochet-Diktatur wurden in der Colonia Dignidad gefoltert und getötet.

Der Bundespräsident lehnt Gespräche mit Opfern ab

Gauck lehnte Einzelgespräche mit Angehörigen der verschwundenen Opfer hingegen von VORNHERHEIN ab. Sie mussten sich damit begnügen, in der Bibliothek des Menschenrechtsmuseums seinem Staatssekretär einen Brief zu überreichen.

 
Heuchlerisch und scheinheilig: Zu dem Empfang, zu dem mehrere hundert Personen geladen wurde, war jedoch (oder stattdessen?) auch der deutsche Multimilliardär Horst Paulmann, der landwirtschaftliche Produkte der Sektensiedlung in seinen Supermarktketten vertrieb und enge Beziehungen zu Paul Schäfer, dem Gründer der Colonia Dignidad, unterhalten haben soll.

 
Aber auch der Kinderschänder Reinhard Zeitner nahm teil und war sogar eingeladen worden! Dieser ist in einem Prozess wegen systematischem sexuellem Kindesmissbrauchs zu drei Jahren Haft verurteilt worden, die dann aber auf vier Jahre Bewährung festgelegt wurde. Gauck ließ sich bei dem Empfang mit Opfern der Colonia Dignidad fotografieren, in dessen Hintergrund auch Reinhard Zeitner zu sehen war.
Der Rechtsanwalt der Opfer, Winfried Hempel resümierte: „Mit uns will er nicht sprechen, mit den Tätern stößt er an. Wir sind geschockt.“

Gauck lehnt Mitverantwortung ab

Nach Auswertung der Akten, die das Auswärtige Amt freigegeben hatte, war klar, dass Deutschland mitverantwortlich gewesen war, da man wusste, was in der Colonia Dignidad vor sich ging. Aber niemand unternahm etwas, um die Verbrechen zu unterbinden. Umso verwunderlicher die Reaktion unseres „Betroffenheitspräsidenten“: Er wies eine juristische Mitverantwortung Deutschlands ab.

 
Quellen:
http://kurier.at/politik/ausland/verurteilter-kinderschaender-auf-joachim-gaucks-empfang-in-chile/209.854.049
DER SPIEGEL 29/2016
http://www.n-tv.de/politik/Verurteilter-Mittaeter-bei-Gauck-Empfang-article18198696.html
http://www.sueddeutsche.de/politik/staatsbesuch-eklat-bei-gauck-besuch-in-chile-1.3080132

2016.07.14 – Opfer der Colonia Dignidad von Gauck-Besuch enttäuscht


Foto:
Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V., das auf seiner Homepage  schreibt: „Das obige Foto kann gerne verwendet werden“

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