„Verkauf mir dein Höschen“ – Online-Freaks auf Bestellung

Gastbeitrag von NICOLE CONZELMANN

 

Viele leben im Netz ihre geheimen Gelüste aus und suchen sich sozusagen „auf Bestellung“ ihr nächstes Opfer aus. Das kann schnell zum Stalking „frei Haus“ führen, denn zu voreilig werden Handynummern und Adressen ausgetauscht …

Jeder Dritte in Deutschland ist Single. Der Bedarf an Partnern und nach Zweisamkeit ist riesengroß. Zum Glück gibt es da ja das Internet, der einfachste Weg jemanden kennen zu lernen. Die Online-Partnervermittlungsbranche boomt. Noch nie gab es so viele verschiedene Plattformen, um das „passende“ Gegenstück zu finden.
Sie müssen nicht einmal mehr einen Fuß vor die Tür setzen, um mit jemand „Wildfremden“ in Kontakt zu kommen: Ob aus der Region, aus aller Welt oder mit ähnlichen Hobbies, die gleichen Werte oder Interessen, hier ist für jeden was dabei. Zumindest scheint es so.

Böse Überraschungen und Stalking

Aber Vorsicht! Im Netz sitzt man dem anderen nicht gegenüber. Vieles kann geschönt sein oder verheimlicht werden. Ist das Profilbild etwas älter kann es zu einer bösen Überraschung beim ersten Date kommen. Man weiß: Beim Aussehen und den Interessen wird am meisten geschummelt, um sich interessanter und anziehender zu machen.
Ein schöner Werbespruch eines solchen Portals lautet z.B. „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single auf….“ Mir ist schleierhaft wie man dieses propagierte „sich verlieben“ nachweisen kann.
Doch zum Verlieben gehören immer ZWEI. Ist das Gegenüber nicht so begeistert wie der Andere, kann das schnell zum Stalking „frei Haus“ führen. Denn zu schnell werden sensible Daten wie Handynummern und Adressen ausgetauscht.

Geheime Gelüste und unmoralische Angebote

Viele leben im Netz ihre geheimen Gelüste aus und suchen sich sozusagen „auf Bestellung“ ihr nächstes Opfer aus.
Besonders als Frau lernt man online einfach alles kennen, ob man will oder nicht: Nach der Anmeldung dauert es keine Stunde und die ersten Anfragen zum Sex flattern per Mail ins Postfach. Unmoralische Angebote sind normal. Denn die Herren der Schöpfung trauen sich im Internet das zu sagen, was ich mir nicht mal in meinen schlimmsten Albträumen vorstellen konnte:
“Sex gegen Geld”; „Verkauf mir dein Höschen“; „Suche Domina die mir ein Messer durch die Haut zieht“; „Lass mich dein Sugar Daddy sein“; „Ich will dich anpinkeln“ und noch Schlimmeres, was ich hier jetzt nicht anführen will. Das sind nur einige Wünsche, die man als Frau so erhält – und das ohne Vorwarnung! Oft noch mit einem Bild ausgeschmückt vom edelsten Teil des Herrn. Was soll uns Frauen solch ein Bild überhaupt sagen? „Oh, das ist aber ein sehr sympathischer Penis, den würde ich gerne näher kennen lernen?“ oder was denken sich die Männer dabei?
Nein danke! Ich bestelle nur noch meine Bücher im Internet und keine Männer mehr.

 

 

 

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NICOLE CONZELMANN, Jahrgang 1988, lebt in der Nähe von Stuttgart und gehört zum Rechercheteam von Dr. h.c. Michael Grandt. Ihre Schwerpunktthemen sind Gesellschaft und Kultur.

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