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Ukraine: 1 Million Wehrfähige und 200.000 Deserteure sind in der EU!

Während der Ukraine an der Front immer mehr Soldaten fehlen, steigt die Zahl der wehrfähigen Ukrainer in Deutschland deutlich an. Viele verlassen ihre Heimat, um dem Fronteinsatz zu entgehen. Gleichzeitig wächst in der Europäischen Union der Druck, den besonderen Schutzstatus für Wehrpflichtige einzuschränken.

Der Charakter der Flüchtlingsbewegung verändert sich

Zu Beginn des Ukrainekrieges prägten vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen das Bild der Flüchtlingsbewegung. Vier Jahre später hat sich die Situation grundlegend verändert.

Nach aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) steigt inzwischen vor allem die Zahl der ukrainischen Männer im wehrfähigen Alter, die nach Deutschland kommen. Damit verändert sich nicht nur die Zusammensetzung der Flüchtlinge, sondern auch die politische Diskussion über deren Aufenthaltsstatus.

Während Kiew an der Front dringend Soldaten benötigt, wächst hierzulande und in anderen EU-Staaten die Zahl jener Männer, die sich dem Kriegsdienst durch die Ausreise und Desertation entziehen.

Zahl wehrfähiger Männer steigt deutlich

Nach Angaben des BAMF hielten sich Ende Mai 2026 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) insgesamt 1.348.258 ukrainische Staatsangehörige in Deutschland auf. Eine ungeheure Zahl von Menschen, die Monat für Monat unglaublich viel Steuergelder verschlingen.

Unter den »Geflüchteten« befanden sich 355.745 Männer im Alter zwischen 18 und 63 Jahren, also im wehrfähigen Alter. Ein Jahr zuvor waren es noch 297.660 gewesen.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Neuankömmlingen: Von den rund 95.000 Ukrainern, die innerhalb eines Jahres zusätzlich nach Deutschland kamen, waren rund 60 Prozent Männer im wehrfähigen Alter. Rund 57.000 Ukrainer haben sich also in den letzten 12 Monaten dem Wehrdienst in ihrem Heimatland entzogen.

Damit hat sich die Flüchtlingsstruktur gegenüber den ersten Kriegsjahren grundlegend verändert. Damals dominierten noch Frauen mit Kindern die Fluchtbewegung.

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Lockerung des Ausreiseverbots löst neue Fluchtwelle aus

Als Hauptgrund für diese Entwicklung gilt eine Entscheidung der ukrainischen Regierung aus dem August 2025. Seitdem dürfen Männer zwischen 18 und 22 Jahren das Land deutlich leichter verlassen. Von dieser Möglichkeit machten offenbar Zehntausende Gebrauch. Eigentlich unverständlich, weil die Ukraine offizielle doch jeden Mann braucht. Was stimmt da nicht?

Nach Angaben des ukrainischen Parlamentsabgeordneten Dmitri Rasumkow haben bis Mitte April 2026 bereits insgesamt (also in alle EU-Staaten) mehr als 400.000 junge Männer die Ukraine verlassen. Für die ukrainischen Streitkräfte bedeutet diese Entwicklung ein erhebliches Problem.

Anmerkung: Insgesamt leben rund 5,6 Millionen Ukrainer zurzeit im Ausland.

Frontdienst wird zunehmend verweigert

Seit Monaten berichten ukrainische und internationale Medien über erhebliche Schwierigkeiten bei der Mobilisierung neuer Soldaten. Videos von Männern, die vor den Mobilisierungskommandos fliehen oder sich gegen eine Einberufung wehren, gehören inzwischen beinahe zum Alltag.

Nach verschiedenen Schätzungen soll es inzwischen schon rund 200.000 Deserteure geben. Zehntausende versuchen darüber hinaus, die Landesgrenzen illegal zu überqueren.

Besonders häufig führt die Flucht über die Karpaten nach Rumänien. Nach Behördenangaben gelang allein rund 30.000 Männern die Flucht in das Nachbarland. Für manche endet der Versuch jedoch tödlich. Ukrainischen Angaben zufolge kamen bislang 45 Männer bei der Flucht ums Leben.

EU diskutiert Einschränkung des Schutzstatus

Die Entwicklung der Massenflucht ukrainischer Männer, viele davon sollten ja ihr Heimatland verteidigen, bleibt auch in Brüssel nicht ohne Folgen.

Im März 2027 läuft die derzeitige EU-Regelung über den vorübergehenden Schutz ukrainischer Flüchtlinge aus. Mehrere Mitgliedstaaten fordern inzwischen eine grundlegende Überarbeitung.

Nach einem internen Dokument des Rates der Europäischen Union wird unter anderem darüber diskutiert, wehrpflichtige Männer künftig vom besonderen Schutzstatus auszunehmen. Eine solche Regelung würde allerdings nur für neue Antragsteller gelten.

Zur Begründung verweisen mehrere Regierungen darauf, dass die Ukraine ihre Verteidigungsfähigkeit nur aufrechterhalten könne, wenn ausreichend wehrfähige Männer im Land verblieben. Genauso ist es!

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Dobrindt fordert Kurswechsel

Auch in Deutschland wird inzwischen über Konsequenzen diskutiert. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach sich zuletzt dafür aus, ukrainischen Männern im wehrfähigen Alter künftig nicht mehr automatisch Schutz nach der sogenannten »Massenzustromrichtlinie« zu gewähren. Stattdessen müssten sie reguläre Asylverfahren durchlaufen, wodurch ihre Chancen auf einen dauerhaften Aufenthalt erheblich sinken könnten.

Inzwischen hat die EU-Kommission ihren Vorschlag vorgelegt. Sie will den vorübergehenden Schutz für ukrainische Flüchtlinge bis März 2028 verlängern, gleichzeitig aber neu einreisende ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter ohne Ausreisegenehmigung aus der Ukraine grundsätzlich vom automatischen Schutzstatus ausschließen. Über den Vorschlag müssen nun die EU-Mitgliedstaaten entscheiden.

Selbst Merz kritisierte die Ausreisen

Bereits im vergangenen Jahr hatte Bundeskanzler Friedrich Merz die ukrainische Regierung aufgefordert, die Ausreise junger Männer stärker zu begrenzen. Nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten erklärte der Bundeskanzler:

»Ich habe ihn gebeten, dafür zu sorgen, dass diese jungen Männer im Land bleiben, weil sie im Land gebraucht werden und nicht in Deutschland.«

Die Aussage machte deutlich, dass selbst enge Unterstützer Kiews die zunehmende Abwanderung wehrfähiger Männer inzwischen kritisch sehen. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

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Ukraine kämpft nicht nur an der Front, sondern auch gegen den Bevölkerungsschwund

Neben den militärischen Problemen verschärft sich auch die demografische Krise des Landes.

Massenauswanderung, Kriegsverluste, eine extrem niedrige Geburtenrate sowie der Verlust ganzer Landesteile haben die Bevölkerung der Ukraine seit dem Ende der Sowjetunion drastisch schrumpfen lassen.

Gleichzeitig leidet die Wirtschaft unter einem zunehmenden Arbeitskräftemangel. Um diesen auszugleichen, wirbt die Regierung inzwischen Arbeitskräfte aus Ländern wie Indien oder Bangladesch an – ein Schritt, der im Land bereits zu Protesten geführt hat.

Während der Krieg unvermindert andauert, steht die ukrainische Führung somit vor einem doppelten Problem: Sie benötigt dringend Soldaten für die Front und zugleich Arbeitskräfte für Wirtschaft und Wiederaufbau. Die steigende Zahl wehrfähiger Männer, die das Land verlassen, verschärft beide Herausforderungen gleichermaßen.

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Quellen:

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-ausreiseverbot-100.html

https://www.deutschlandfunk.de/ukraine-russland-krieg-wehrpflicht-desertion-100.html

https://www.rnd.de/politik/deutlich-mehr-wehrfaehige-ukrainer-in-deutschland-dobrindt-fordert-ende-des-schutzes-J37QVFVBNRD43DEGF6PKAEMLQQ.html

Veröffentlicht in Aktuelles, Flüchtlinge, Gesellschaft & Kultur, History, Krieg, Politik, Putin, Russland, Ukraine, Zeitgeschichte.